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MEMENTO (Lots Weib)

Ein Stationentheater für gemischtes Ensemble
von Manos Tsangaris.

 

Uraufführung am 14. Juni 2007
semper kleine szene
weitere Aufführungen am 16. | 17. | 22. | 23. und 24. Juni 2007

Musikalische Leitung: Gelsomino Rocco
Regie: Manos Tsangaris
Bühne: Martin Kammann
Kostüme: Mareile Krettek
Dramaturgie: Hans-Georg Wegner
Regieassistenz: Carla Spiewok
Musikalischer Assistent: Michael Lüdicke

 

Kom-ponieren ist Zusammen-stellen | Da tanzen zwei Schrauben einen zärtlichen Pas de deux, bewegt von unsichtbaren magnetischen Kraftfeldern, oder ein Musiker untersucht mit der Konzentration eines Chirurgen die vor ihm liegende Geige, wobei er dem Instrument Musik entlockt… In Manos Tsangaris’ kompositorischem Kosmos wimmelt es von überraschenden Erscheinungen, nie gehörten Klängen und eigentümlichen Texten. Alle Ingredienzien, aus denen Musiktheater entsteht, finden bei diesem Klang- und Raumkünstler zu einem Ganzen, ohne ihre Eigenständigkeit einzubüßen.

Erinnerung an das sündige Sodom | Manos Tsangaris’ neues Werk für die „kleine szene“ der Semperoper „Memento (Lots Weib)“ basiert auf der Schilderung der letzten Tage vor der Zerstörung Sodoms und der Flucht Lots in die Berge, wie sie im 1. Buch Mose berichtet wird.

Vier Räume – eine Geschichte | Diese Erzählung ist ein Beispiel für die verblüffende Offenherzigkeit und drastische Abgründigkeit, mit der im Alten Testament Geschichte geschrieben wird. Manos Tsangaris wird diese Kapitel in vier Stationen aufteilen und an vier verschiedenen Orten der kleinen szene inszenieren… Der Besucher spaziert von Station zu Station und erlebt so die Geschichte in frei gewählten Ausschnitten. 19 Musiker, zahlreiche Sängerinnen, Sänger und Tänzerinnen und Tänzer werden die kleine szene in eine lebende Musiktheater-Installation verwandeln, in der der Zuschauer gleichzeitig zum Teil des inszenierten Bildes wird - eine seltene und wahrhaft faszinierende Art, Musik-Theater aus einer ganz neuen Perspektive zu erleben!


Vita Manos Tsangaris 

Vita Manos Tsangaris

Manos Tsangaris (* 1956 in Düsseldorf) ist ein deutscher Komponist, Musiker, Installations- und Performancekünstler und Lyriker.

Tsangaris studierte von 1976 bis 1983 an der Kölner Musikhochschule Komposition und Neues Musiktheater bei Mauricio Kagel und Schlagzeug bei Christoph Caskel, daneben an der Kunstakademie Düsseldorf bei Alfonso Hüppi. Seit 1980 nahm er mehrfach an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik teil und arbeitete für die Münchener Kammerspiele. 1991 war auf Einladung des sowjetischen Komponistenverbandes Composer in Residence in Moskau, im gleichen Jahr erhielt er das Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium der Stadt Köln, 1992/93 das Stipendium an der Akademie Schloss Solitude und 1997 den Kunstpreis der Akademie der Künste Berlin.
Seit den 1970er Jahren gab Tsangaris Gedichte heraus, trat als Solist und gemeinsam mit verschiedenen Musikgruppen auf (u.a. Drums off Chaos, Ritim Grup und MIR) und stellte Zeichnungen, Theaterapparate und Klanginstallationen aus. Er nahm an Festivals wie "Cologne-New York" in New York (1989), "ars electronica" in Linz (1991), Linz; "Sound Ways" in St. Petersburg (1995), "Yokohama Arts" (1997) und dem "Musica-Festival Strasbourg" (1998, gemeinsam mit Hanna Schygulla, Markus und Simon Stockhausen) teil.
Er komponierte Werke u.a. im Auftrag des WDR, des Südwestrundfunks, der Bayerischen Staatsoper, der Kölner Philharmonie, des Diözesanmuseums Köln, der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen, des Katholischen Bildungswerkes Köln und der Stadt Witten.

 

Auswahl:
Tafel 2 für Hausfassade, Stimmen, Sprecher, mobile Instrumentalisten, Zuspielbänder, mobile Lichtquellen, Fadenorgel, Video-Monitore und Baumaschinen (1991)
Fadenwerk für Klavier, Tuba, Glocken und Objekte (1992)
An die Vorwelt für großes Ensemble, zwei Sprecher, Dirigent-Solisten und Licht zum zehnjährigen Bestehen der Kölner Philharmonie (1996)
Kugelbahn, eine räumlich-installative Komposition für eine Person im Zentrum (1997)
Fadenorgel, eine interaktive Klanginstallation für Licht- und Klangpendel in einem Kirchenschiff (1998)
Labor für Sopran und Ensembles, Performances, lebende Bilder, Installationen und Zeichnungen (2005)