[memori] a living archive
von Wayne McGregor
Fire Sketch
von Angelin Preljocaj
UA/Premiere am 30. März 2007
Festspielhaus Hellerau Großer Saal bzw. Vorplatz
weitere Aufführungen am 31. März und 01. April 2007
Tänzer: D.A.N.C.E. [Meisterschüler bzw. Gaststudenten der Palucca Schule Dresden]
Avatara Ayuso, Silvia Bastianelli, Marine Bodin, Yoann Boyer, Sabin Ceulemans, Christophe Degelin, Eric Eernerstedt, Vito Giotta, Manon Greiner, Hannes Langolf, Madeleine Lindh, Angel Martinez, Nicola Migliorati, Asli Öztürk, Camille Revol, Marija Slavec, Nina Vallon, Joseph Walkling, Jessica Wright
Das elektronische Tagebuch der Tänzer finden sie unter: D.A.N.C.E. BLOG
[memori] a living archive
Choreografie: Wayne McGregor (UK)
choreografische Assistenz: Kerry Nicholls (UK)
Musik: Deru, Alva Noto
Bühne: Wayne McGregor und Lucy Carter
Lichtdesign: Lucy Carter (UK)
Video: Pipo Tafel (Köln)
Technischer Direktor: Chris Charles (UK)
"Bei Wayne McGregor kann man nie wissen, wohin seine unersättliche Neugier ihn führt. McGregor ist ein Choreograf, der es liebt, jenseits von Schablonen zu denken." The Times
Ein autobiografisches Gedächtnis kombiniert Faktenwissen über das eigene Leben mit sehr spezifischen mentalen Erfahrungsmomenten. In diese reiche persönliche Sammlung von Eindrücken sind sinnliche, sensorische und emotionale Informationen und Wahrnehmungen eingebettet, die normalerweise verschlüsselt und unsichtbar im Gehirn gespeichert sind. Während der relativ kurzen Zusammenarbeit mit den jungen Tänzern stand stets der Prozess von physischer und mentaler Forschung im Vordergrund, und nicht das Hervorbringen eines Produktes.
Wir haben unsere Erwartungshaltung, feste Choreografien zu entwickeln, einfach dahingehend geändert, dass wir versucht haben, die „Lebenszeichen“ unserer mentalen und emotionalen Aufgaben, die aus unserem auto-biografischen Gedächtnis aufgetaucht sind, zu bewahren. Somit ist [memori] eine Sammlung von Signaturen, die in diesem Moment eine Organisation, eine Essenz unserer gemeinsamen Erfahrungen darstellt. Wir werden aber auch an das erinnert, was verloren ist.
Vita Wayne McGregor 
Vita Wayne McGregor
Wayne McGregor wurde 1970 in Stockport geboren und studierte Tanz am University College Bretton Hall sowie an der José Limon School in New York. 1992 wurde er Choreographer - in - Residence am The Place in London und bereits im selben Jahr gründete er seine erste eigene Company Random Dance, für die er seitdem viele unterschiedliche Stücke kreierte. Random Dance ist die Resident Company des Sadlers Wells Theatre. Er choreografierte aber auch für NDT1, das Stuttgarter Ballett, English -National-, Gotenburg- und Royal Ballet und für Film und Fernsehen.
Daneben schuf er auch ortsspezifische Installationen, z.B. in der Hayward Gallery, in Canary Wharf und im Centre Pompidou Paris, Internet-Tanzprojekte, Jugendprogramme und eine Forschungsstudie an der neurowissenschaftlichen Abteilung der Cambridge University. Er choreografierte für Salome wie für Webbers Woman in White, für das Nationaltheater und den Broadway, für Filme wie Chrysalis und Harry Potter und der Feuerkelch und inszenierte an der Mailänder Scala Dido und Aeneas. Dieser Vielfalt der künstlerischen Interessen gesellen sich naturwissenschaftliche bis zur Neurobiologie hinzu. Er erhielt u.a. ein Stipendium der Arts Foundation, zwei Time Out Awards für herausragende Aufführungen und einen Olivier Award. Ende 2006 wurde er zum Resident Choreographer des Royal Ballet ernannt.
Fire Sketch
Choreografie: Angelin Preljocaj (F)
choreografische Assistenz: Emilio Calcagno, Dany Léveque (F)
Musik: Laurent Garnier (F)
musikalische Assistenz: Benjamin Rippert
Lichtdesign: Thomas Veyssiere
Kostüme: Angelin Preljocaj, Assistenz: Claudine Duranti
Ein Gespräch mit Angelin Preljocaj
Fire Sketch... ist eine Hommage an den Maler Paul Cézanne. Und das nicht nur, weil wir beide am gleichen Tag geboren sind. Paul Cézanne lebte und arbeitete in Aix-en-Provence, dem Ort, an dem auch ich arbeite und lebe. Cézannes Leben war hart und voller Entbehrungen. Als tragisch empfinde ich, dass die Größe seiner Kunst, der Wert seiner Malerei durch seine Zeitgenossen nicht erkannt wurde. Erst nach seinem Tod avancierte er zu einem der bedeutendsten Maler der Geschichte. Cézanne und sein Werk erlebten nach seinem Tode eine wirkliche Wiedergeburt. Man kann schon sagen, dass er wie Phönix aus der Asche stieg.
Der Phönix: universelles Symbol für Auferstehung und Unsterblichkeit, für Tod und Wiedergeburt durch das Feuer. Ein Fabelwesen, das durch Selbstopferung stirbt, um sich aus der eigenen Asche zu erheben... und Cézanne, sein Leben und seine Kunst finden für mich im Symbol des Phönix ihren Ausdruck. Ich bat Laurent Garnier einen adäquaten musikalischen Klang zu entwickeln und als Inspiration und Grundlage Igor Strawinskys Komposition Der Feuervogel zu verwenden, die ich selbst sehr genau kenne. Als Resultat dieser Arbeit entstand ein hochmoderner musikalischer Tribut nicht nur an den Maler Cézanne, sondern auch an den Komponisten Strawinsky.
Vita Angelin Preljocaj 
Vita Angelin Preljocaj
Seit 1996 lebt und arbeitet der Choreograf und künstlerische Direktor des Ballet Preljocaj – National Choreographic Centre in Aix-en-Provence. 1957 in Paris geboren, der Stadt in die seine albanischen Eltern emigrierten, studierte er zunächst Ballett, bevor er sich dem zeitgenössischen Tanz zuwandte, unter anderem durch Studien bei der Wigman- Schülerin Karin Waehner und bei Merce Cunningham in New York. Nach mehreren Engagements als Tänzer, vornehmlich im modernen Bereich, stellte er beim Montpellier Festival 1984 seine erste eigene Choreografie, Aventures Coloniales, vor. Als freier Choreograf gründete er 1984 seine eigene Company. Studienaufenthalte führten ihn nach Japan, wo er sich mit Formen des Nô - Theaters beschäftigte. Zahlreiche Choreografien für freie Tanzensembles, Festivals, seine eigene Company, aber auch für Companies der großen Opernhäuser (Ballet de l’Opéra de Paris, Ballett der Staatsoper Berlin, New York City Ballet) entstanden in der Folgezeit. Darunter waren Interpretationen von Strawinskys Noces und Le sacre du printemps, Prokofjews Romeo und Julia oder Kreationen wie Le Parc, Annonciation, La Stravaganza und The 4 Seasons.
Preise wie der Villa Medicis hors les Murs- Award, der Grand Prix National de la Danse, der Benois de la Danse oder der Grand Prix International de Vidéodanse zeugen von seinem internationalen Renommee. Er wurde zum Officier des Arts et des Lettres ernannt, ist Mitglied der Ehrenlegion und wurde im Mai 2006 zum Officier dans l’Ordre du Mérite erhoben.