muse 8
Interdisziplinäre Sommerwerkstatt für Tänzer, Choreografen, Bildende Künstler und Musiker
14. bis 25. Juli 2008
Palucca Schule Dresden – Hochschule für Tanz
Sommerflockig
Sprossenflecken.
Duftversonnen
Klettenlocken.
Wolkenharken
Sonnenbarken
Apollinen.
Kussgewitter?
Gipfeltüpfel!
Wir danken der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank für ihre großzügige Unterstützung der Sommerwerkstatt muse 8.
Creative Residencies
Tanzplan Dresden vergab für den Zeitraum der Sommerwerkstatt drei Arbeitstipendien (Creative Residency) an die jungen Choreografen Jana Ressel, Ben J. Riepe und Massimo Gerardi. Diese hatten mit ihren interdisziplinären Teams die Möglichkeit in einem eigenen Studio an der Palucca-Schule zu arbeiten und wurden dabei von Christine Peters als Mentorin begleitet.
Den Works-in-Progress ihrer Produktionen zeigten die Teams zur Abschlussveranstaltung am 24. Juli 2008 im Grünen Saal der Palucca-Schule.
Jana Ressel (Leipzig) 
Jana Ressel (Leipzig)
Vita Jana Ressel
Jana Ressel erhielt eine Ausbildung in Violine, in Klassischem und Modernem Tanz, Pädagogik sowie Choreografie in Lübeck, der Palucca Schule Dresden sowie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. Studienaufenthalte führten sie nach New York und Wien. Sie tanzte u.a. mit dem Tanztheater Lübeck, als Gast am Theater Erfurt, der Modern Dance Company M. Kusumie Frankfurt/Main.
2000 gründete sie das Tanztheater „Orbis Pictus“ in Weimar. Dafür entstanden erste eigene Choreografien sowie Choreographien im Auftrag für den Kinderchor der Oper Leipzig oder zum Festival für Zeitgenössische Musik in Würzburg.
Sie produzierte für das LOFFT und die Schaubühne in Leipzig, den Tanzherbst und der Tanzwoche in Dresden, das Ballett Kiel sowie für Inszenierungen in Leipzig zum Schumannjahr 2006.
Mit einem Stipendium der Kulturstiftung der Dresdner Bank entstand 2007 in Tel Aviv „LOOPS“, ein deutsch-israelisches Tanzprojekt.
Jana Ressel ist freischaffend als Choreografin tätig, hat einen Lehrauftrag für Bühnentanz und Bewegung an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater, und gibt Workshops in Weimar, Stuttgart und Tel Aviv.
Verbum (Arbeitstitel)
von Jana Ressel
Musik: Hartmuth Dorschner
Bühne: Till Exit
Tanz: Bettina Stieler, Silke Neumann, Sonia Castellanos, Giacomo Corvaia
In einer Art Laboratorium möchte Jana Ressel der Suche nach gemeinsamen Gestaltungsprinzipen in Tanz, Musik und Bühnenbild auf der Grundlage der Bilder von M.C. Escher nachgehen. Der Arbeitsprozess soll zuerst auf gemeinsame übersetzbare Gestaltungsformen in Tanz, Musik und Bühnenbild/Raum untersucht werden und dann anhand einer oder verschiedener Grafiken von Escher gemeinsame Gestaltungsprinzipien herausfiltern. Dabei geht es um immer wiederkehrende Abläufe in verschiedenen Situationen, sie wirken scheinbar gleich, doch der erste Eindruck trügt. Unsere Wahrnehmung von Bewegung, Ausdruck und Situationen ist multistabil, unsere Sinne lassen sich täuschen.
Den 14-tägigen Arbeitsprozess würde Jana Ressel gern auf ein größeres Projekt mit mehreren Vorstellungen in Leipzig hinauslaufen lassen.
Ben J. Riepe (Düsseldorf) 
Ben J. Riepe (Düsseldorf)
Vita Ben J. Riepe
Ben J. Riepe studierte Tanz und Choreografie an der Essener Folkwang Hochschule. Er arbeitete bei Neuer Tanz in Düsseldorf und als Gasttänzer im Ensemble von Pina Bausch am Wuppertaler Tanztheater. Bereits während seines Postgraduierten-Studiums für Choreografie machte er mit eigenen Stücken auf sich aufmerksam.
Darüber hinaus wirkte er im In- und Ausland in Workshops und Seminaren als Dozent in der Erwachsenenbildung und als Lehrer für Kinder und Jugendliche. Die Kompanie Ben J. Riepe besteht seit 2004 und hat bereits vier abendfüllende Produktionen aufgeführt. Im Herbst 2007 betreut Ben J. Riepe eine zeitgenössische Tanzproduktion mit malaysischen Künstlern (im Auftrag des Goethe-Institutes) in Kuala Lumpur.
Mit „Happy End – dealing night again“ wurde er von der Tanzproduzenten-Konferenz-NRW für die 1. Tanzplattform NRW „tanz nrw 07“ ausgewählt.
LIEBE, TOD UND TEUFEL
- Aktion: üben Schönheit zu sehen -
Choreographie / Konzept: Ben J. Riepe
Tänzer: Fa Hsuan Chen, Evgeny Pankratov, Julian Stierle
Musik: Alex Aleves Tolkmitt
Kostüme: Anna Kleihues
Licht: Dimitar Evtimov.
Weitere: Jan Riepe, Linda Nordström
www.benjriepe.com
Bild 3: Liebe, Sex und Eitelkeit
Im dritten Bild seiner fünfteiligen Serie LIEBE, TOD UND TEUFEL entlarvt Ben J. Riepe das erste Konzept seines dreifaltigen Serientitels. Nach dem Todeskomplott im surrealen Schachbrettzimmer (Bild 1) und dem Treffen mit dem Teufel im Schwarzen Raum (Bild 2) zeigt das dritte Bild nun die Abgründe und Profanitäten der Liebe. Der Untertitel der Serie „Aktion: üben Schönheit zu sehen“ ist Programm: die Inszenierung beschwört kraftvolle Bilder, wagt sich tief in unsere großen Leidenschaften und zwinkert böse über die Liebe zwischen Eitelkeit und Sexualität. Auf der Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten werden die fünf Bilder der Serie in kurzen und künstlerisch intensiven Prozessen geschaffen.
Ben J. Riepe brachte das Stück zur internationalen Tanzmesse in Düsseldorf (27.-30.08.08) zur Uraufführung.
Massimo Gerardi (Köln) 
Massimo Gerardi (Köln)
Vita Massimo Gerardi
Massimo Gerardi begann seine Tanzausbildung in Udine und in Reggio Emilia. Im Anschluss erhielt er seine ersten Engagements in Italien beim Balletto Comunale di Firenze, Teatro la Fenice di Venezia, ATERballetto, sowie Balletto di Venezia und später in Deutschland beim Stadttheater Augsburg. Es folgten Engagements als Solotänzer am Ballett Nürnberg, Ballett Dortmund, Landestheater Linz und am Staatstheater Oldenburg.
Er tanzte in Stücken von verschiedenen renommierten Choreographen wie Birgit Cullberg, William Forsythe, Rui Horta, Amanda Miller, Jacopo Godani, Jean Renshaw, Robert Poole, Martin Stiefermann, Jenny Coogan, Gregor Zöllig, Antonio Gomes, David Sutherland, Amedeo Amodio, u.a.
Im Jahr 2000 erhielt er von der Kunststiftung NRW ein Stipendium für Choreographie mit Hospitanzen am Nederlands Dans Theater, Icelandic Ballet, Göteborg Balletten und an der Komischen Oper Berlin.
Derzeit ist er als Gastchoreograph, als Trainingsleiter (für Ballett und zeitgenossischen Tanz) oder als choreographischer Assistent an verschiedenen Theatern tätig. Seit 2003 leitet er zusammen mit Emanuele Soavi die Tanzsparte des freien Tanz- und Theaterkollektivs "movingtheatre.de" in Köln. In 2006 erhielt er den Kölner Tanztheaterpreis für seine Choreographie „Pop Eye“.
CLUBBING (Arbeitstitel)
von Massimo Gerardi
Tanz: Florian Bücking, Irene Schröder, Anne Jung, Romani Guion, Carsten Keller
Der Club entspricht einer offenen Einrichtung, in der sich die Leute treffen, die in der Musik und dem Club mehr sehen als ein vom Alltag abgetrenntes Freizeitvergnügen. Ein Diskursraum, in dem sich unterschiedliche gegenwärtige Strömungen treffen und gegenseitig aufsaugen. Das darin vorherrschende Beteiligtsein, der notwendige Kontakt, das Tanzen, die Expressivität werden sublimiert in einem Kennertum, in dem der Austausch von Wissen und Bescheidwissen über subtile Kleinigkeiten genauso wichtig sind, wie das konkrete Zusammenkommen bei entsprechender Musik. In diesem Kontext möchte Massimo Gerardi eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem „Clubbing“ (dem Besuchen eines „Clubs“) in Form eines Tanztheaterstückes kreieren. Die Besucher der Vorstellung sind einerseits Zuschauer, sie werden andererseits auch zu Akteuren, weil sie die Möglichkeit haben, die Bühne zu betreten, sich inmitten des Geschehens zu befinden und Teil des Stückes sein: so wird eine Situation geschaffen, die ähnlich auch in einem Club vorkommt. Die beteiligten TänzerInnen könnten auch mit den Zuschauern interagieren. Die Entwicklung des Stückes wird dadurch jedes Mal ein wenig unterschiedlich abfolgen, wobei die Struktur des choreographischen Rahmens beibehalten wird.
Ein Teil dieser Produktion wurde während der Creative Residency in Dresden erarbeitet, ein anderer in Köln, wo im November 2008 die Uraufführung des Stückes stattfindet. Massimo Gerardi hat bei einer Audition in Dresden Irene Schröder (Studentin der Palucca-Schule) ausgewählt.
Christine Peters (Frankfurt) 
Christine Peters (Frankfurt)
Vita Christine Peters
Christine Peters ist freischaffende Kuratorin. Lebt und arbeitet in Frankfurt/Main.
Studierte Anglistik, Romanistik und Theaterwissenschaft in Dublin, Giessen und Frankfurt/Main. Sie war von 1992-98 Projektleiterin sowie persönliche Assistentin des Intendanten am Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt/Main, einem internationalen und interdisziplinären Zentrum für Gegenwartskunst.
Übernahm dort 1998 die Künstlerische Leitung bis 2003, mit den Schwerpunkten Produktion, Recherche und Präsentation von zeitgenössischem Theater, Tanz und Performance, sowie der theorie- und praxisverzahnten Entwicklung interdisziplinärer Kunstformen.
Sie initiierte, produzierte, publizierte und kuratierte zahlreiche internationale Netzwerkprojekte und thematische Reihen, wie z.B.: „Internationale Sommerakademie 1 - 4“, "Vision Zukunft 1 - 3", "Portrait", "Europäische Produktionszentren - Grenzgänger des Theaters", „plateaux - internationale Plattform für junge zeitgenössische Theaterschaffende", u.v.a..
Seit 2004 arbeitet sie als freie Kuratorin für zeitgenössische Kunst und Performance, z.B. für:
Festival Tanz & Theater, Hannover 2004, Festival Theater der Welt, Stuttgart 2005 (Produzierte und präsentierte hier u.a. folgende Künstler: Raqs Media Collective / Neu Delhi, Hans Ulrich Obrist / F , Walid Raad /NYC & Beirut, Asta Gröting / Berlin, Forced Entertainment & Sophie Calle / GB / F), Festival Steirischer Herbst, Graz 2006 (als Co-Kuratorin der Gruppenausstellung "Protections" am Kunsthaus Graz).
Ist Dramaturgin der Produktions- und Research Plattform "The Bakery" (Richard Siegal), Paris-Berlin. Unterrichtet interdisziplinäre Praxis am Institut für Theater- Film- und Medienwissenschaft der Universität Frankfurt.
Rahmenprogramm
ARTLOUNGE – HIMMEL & HÖLLE
Sandbank im Mondschein, Treffpunkt, Insel, Kunst Pool, Freiraum, Musik-Lounge, Dialogburg... in sommerlicher Atmosphäre.
Die abendlichen ARTLOUNGEs wurden von Holger John kuratiert. Sie bildeten im Anschluss an den Kurs ARTCRASH die Plattform für kreativen Austausch zwischen den Workshopteilnehmern, Dozenten und Gästen.
Kurse
Yoga Class
Yoga intensive
Stefan Dreher (D)
Contemporary Technique
Trisha Brown Repertoire
Mariah Maloney (USA)
Technique Class
Elements of Performance Class
Risa Steinberg (USA)
Ballet Class
Forsythe Repertoire "Die Befragung des Robert Scott" 1987
Creative Wake-up (10 – 13 Jahre)
Ana Catalina Román (ES)
ARTCRASH - Himmel & Erde
Holger John (D)