Das Tanzquartier in Wien lehrt Tanz und Performance

Das Tanzquartier in Wien lehrt Tanz und Performance

Seit dem Jahr 2001 besteht in Wien ein Zentrum für zeitgenössischen Tanz und Performance. Das Tanzquartier ist Teil des Museumsquartiers in Österreichs Bundeshauptstadt. Das Zentrum wurde im Herbst des Jahres beinahe zeitgleich mit dem ebenfalls im Museumsquartier angesiedelten Museum Moderner Kunst Stiftung Leopold, dem Leopold Museum, dem ZOOM Kindermuseum und dem Architekturzentrum Wien eröffnet. Es widmet sich ausschließlich den Genres zeitgenössischer Tanz und Performance.

Inmitten eines gewaltigen Kulturareals

Das Tanzquartier zeigt ein abwechslungsreiches Gastspiel- und Produktionsprogramm. Dabei finden Interessierte sowohl nationale, wie auch internationale Produktionen vor. So gastierte zuletzt die legendäre New Yorker Tänzerin und Choreografin Deborah Hay in Wien. Für die unterschiedlichen Aufführungen stehen dem Tanzquartier im Museumsquartier verschiedene Spielorte zur Verfügung, darunter befinden sich zwei Hallen und drei Studios. Das Museumsquartier, als eines der zehn größten Kulturareale der Welt, bietet ausreichend Platz für die unterschiedlichsten Angebote. International hat sich das Tanzquartier in den letzten Jahren mit zahlreichen bekannten Produktionsstätten vernetzt und kooperiert mit diesen. Dazu zählen das Choreografische Zentrum NRW in Essen, das Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main, das Kunstzentrum Vooruit in Gent und das Productiehuis Rotterdam. In den Jahren seit seiner Gründung hat sich das Tanzquartier zu einem der führenden Standorte in Europa entwickelt.

Ein kreativer Ort des Diskurses

Hier können die Besucher nicht nur zeitgenössischen Tanz und spektakuläre Performances erleben, sondern auch den daraus resultierenden gesellschaftspolitischen Diskurs über und mit den Künstlern pflegen. Die Shows zeigen keinerlei Angst vor dem Risiko und stellen das Können der Künstler und die Lust am Experiment in den Mittelpunkt. Der Tanz thematisiert zeitgenössische Themen und macht sie für ein interessiertes Publikum erfahrbar. Das Tanzquartier hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Mischung aus internationalen und nationalen Produktionen ins Programm zu heben, sowie gesellschaftliche Trends aufzuspüren und zu thematisieren.

Darüber hinaus ist die Spielstätte selbstverständlich auch ein Ort für die Künstler selbst. Erfahrungen und Arbeitsprozesse werden intensiv diskutiert und ausgetauscht. Der künstlerische Prozess kann hier nicht nur initiiert, sondern auch betreut und sichtbar gemacht werden. Zahlreiche Trainings und Workshops, Proben und die Forschung ergänzen das umfangreiche Programm des Tanzquartiers. Durch die intensive Vermittlung ihrer Tätigkeit kommt es zu einer Auseinandersetzung des Publikums mit den Kunstschaffenden und ihrer Arbeit. Etwaigen Vorbehalten gegen die Kunstform Tanz wird so erfolgreich entgegengewirkt.

Welche Geschichten schreiben die Zukunft?

Welche Geschichten schreiben die Zukunft?
Welche Geschichten schreiben die Zukunft?

Wer sich intensiv mit der Fachliteratur und vergangenen Höhepunkten auseinandersetzen möchte, dem stehen eine Bibliothek und eine Mediathek zur Verfügung. So wird das Tanzquartier Wien zu einem kreativen Ort, in dem nicht nur innovatives Erzählen, sondern auch neue Denkweisen ihren Platz haben und sich entfalten können. Die erste künstlerische Intendantin des Tanzquartiers war Sigrid Gareis, ihr folgte 2009 Walter Heun. Seit dem Jahr 2018 wird die Institution von Bettina Kogler geleitet. Inhaltlich beruft sich das Tanzquartier auf die Überlungen von Donna Haraway. Für sie ist eine gute Zukunft nur dann möglich, wenn die Menschen aufhören sich die immer gleichen destruktiven Geschichten zu erzählen. In diesem Sinne versucht das Tanzquartier Wien die Zukunft mit neuen und besseren Geschichten zu prägen.